Montag, 17. Dezember 2012

Rise and Fall

Am Samstag stand der erste (Team)Wettkampf für die Wintersaison an, der Ablauf war folgender: Als Staffelerster starte ich mit den Tourenskiern 410 Hm die steile Piste hinauf, übergebe an unseren Paraglider 'Helli' Eichholzer, der die selbe Distanz negativ im Sturzflug hinter sich bringt und unseren Biker Martin Kamml abklatscht. Nachdem Martin sich über die steile oft vereiste Forststraße nach oben gequält hat schießt 'Gri' Reichenberger die Piste wieder ins Tal.
Das Wetter zeigte sich leider von der regnerischen Seite, so kommt beim Aufwärmen nicht wirklich Freude auf. Um 12 Uhr fällt der Startschuss, unter 33 Skitourenrennläufer gehe ich schnell in Führung, auf knapp halber Strecke übernimmt Kaderkollege Toni Palzer die Führung. Im flacheren Streckenverlauf kann ich noch etwas Zeit gutmachen und übergebe, mit ca 25sec. Rückstand also nach etwa 12min, an Helli. Er hat einen perfekten Flug und kann schon bald Martin ablösen. Kamml hat gepokert ohne Spikes an den Start zu gehen da der Großteil der Strecke schon schneefrei war. Vorerst verläuft alles nach Plan, doch weiter oben quält er sich durch die Schneefahrbahn und muss etwas abreissen lassen. Schlussläufer Reichenberger geht als 7er in die Abfahrt über und fährt bis auf 6 Hundertstel an den 6en Platz hin.
Auch wenns mit dem Podium nicht geklappt hat wars ne super Wettkampf! Nach der Siegerehrung heizten die Sportfreunde Stiller noch ordentlich ein, so geht ein toller Saisonauftakt zu Ende.





©Chris Ebenbichler







©Chris Ebenbichler
© Chris Ebenbichler

Montag, 26. November 2012

Autumn Moves

Die letzten Wochen nutzte ich die perfekte Inversionswetterlage für einige schöne Tage im Gebirge. Highlights waren neben den Zuckerhütl im Stubaital, die Roßruggspitze im Zillertal und der Großvenediger.
Das Zuckerhütl packten wir von der Talstation tragend in Richtung Dresdner Hütte, von dort aus gings mit den Skiern über den Normalweg auf den Gipfel. Weil uns die Schneeverhältnisse der Nordflanke anlachten, fuhren wir über diese noch ab...
Letzten Samstag drehte ich ne kleine Runde mit dem Bike, auf dem Weg fiel mir der Großvenediger so ins Auge dass er doch gleich am Sonntag dran wäre. Am Abend findet sich bei nen gemütlichen Bier gleich Wolfi der gleichermaßen motiviert ist. So. um 4 geht's über Mittersill nach Neukirchen. Von dort aus mit dem Bike das Obersulzbachtal hoch, weiter übern Sommerweg zur Kürsingerhütte. Ab 2500m schnallen wir unsere Ski an und erreichen bald den Gletscher der schon recht gut eingeschneit ist. Über die Venedigerscharte erreichen wir über den oberen Keesbodn den Gipfel. Nach ner schneidigen Abfahrt mit den Skiern und einer kurzen Tragepassage zum Bike geht's rasant auf dem Bike ins Tal.

Der dritte Streich sollte die Roßruggspitze im Zillertal sein. Corni und ich fahren am Mittwoch früh ins Zillertal, ab der Wirtschaft Breitlahner bringen wir den Zemmgrund mit dem Bike hinter uns, ca 20 min tragen wir unsere Skier bis wir sie auf den Hornkees anlegen können. Über den Gletscher spuren wir hinauf bis zur Roßruggscharte wo uns herrlicher Sonnenschein erwartet. Nach ner ausgiebigen Brotzeit machen wir noch paar Schwünge auf dem östl. Nöfesferner also auf italienischen Grund ;-) Danach geht's noch über a leichts Graterl auf die Roßruggspitze. Die Abfahrt Richtung Tal rundet einen herrlichen Herbsttag ab...
Trotz der Super Touren hoff ich dass jetzt endlich der lang ersehnte Winter kommt!

Viel Spaß bei den Fotos,
Seppi


























Samstag, 6. Oktober 2012



World Cup Final - Tromsö

April 23rd, 2012

Am Mittwoch treffe ich mich mit Johann Rampl (Bundestrainer) am Flughafen in München um gemeinsam nach Tromsö (Nor) zu fliegen. Um 12.30 gehen wir in die Luft, nach einen kurzen Aufenthalt in Oslo geht’s die letzten 2 Stunden weiter Richtung Norden. Als wir zur Landung ansetzen und die Wolkendecke durchbrechen können wir uns erste Eindrücke von der Landschaft verschaffen. Es sieht aus wie ein kleiner Flickerlteppich, das Festland wird durch die unzähligen Fjorde unterbrochen was nicht nur aus der Luft wahnsinnig gut aussieht. Wir steigen aus dem Flieger aus und ich bin froh um meine Daunenjacke… ca -5°C und etwa 40cm geschlossene Schneedecke.
Wir beziehen unser Hotel, kommen gerade noch rechtzeitig zum Abendessen danach fallen wir hundemüde in unser Bett.
Am Donnerstag wachen wir bei besten Wetter auf und nach dem Frühstück geht’s mit den Bus in ein kleines Skigebiet wo wir etwa bis Mittag trainieren, das Wetter ist gigantisch und auch die Schneelage könnte nicht besser sein, da in der Nacht etwa 15cm Neuschnee gefallen ist. Der Freitag sieht vom Ablauf ähnlich aus, nur dass das Wetter diesmal nicht mitspielt. Schneeschauer, Wind und schlechte Sicht… Am Abend gehen wir noch ein paar Meter in die Stadt und verschaffen uns einen Überblick über die Sprintstrecke. Start ist am Hafen und geht ca 40 flache Höhenmeter direkt in die Stadt hinein, überall große Schneehäufen die weiter wachsen, da ein Lastwagen nach dem anderen Neuschnee in die Stadt karrt. ‘Das wird interessant’ denk ich mir.
In dieser Nacht schlafe ich schlecht und bin froh als mich der Wecker am Morgen aus dem Bett reißt. Es ist 8 Uhr, meine Startzeit für die Quali, 12:10. Ich wachse noch meine Ski und um kurz vor 11 bin ich auf dem Weg in die Stadt.
Es ist wirklich gigantisch was das Organisationskomitee auf die Beine gestellt hat, ein extrem interessanter Kurs ist da über Nacht entstanden. Nach nen flachen Start geht’s in ausgesteckte Spitzkehren, noch ein kurzes flaches Stück dann geht’s in die steile Tragepassage, Ski wieder anschnallen noch 15 Höhenmeter zum Scheitelpunkt, Fellwechsel, kurze Abfahrt über 20 Höhenmeter nochmal 10 Hm skaten, dann geht’s knapp 50 Höhenmeter hinab ins Ziel.
Ich kann mich mit dem sehr technischen Kurs gut anfreunden und freue mich auf den Wettkampf.
In der Fußgängerzone wärme ich mich noch etwas auf bevors an den Start geht.. die Uhr läuft, noch 10 sec. Go! Der Start gelingt mir sehr gut, auch die Spitzkehren bringe ich schnell hinter mich, in der Tragepassage hab ich eine tiefere Spur erwischt aber auch die liegt schnell hinter mir, Ski anschnallen, nochmal nen Gang einlegen, schneidiger Wechsel und schon geht’s abwärts… Mein Gefühl für den Lauf ist nicht schlecht, wenig später erfahre ich dass ich mit ca 8 sec. Vorsprung die Bestzeit von 2.24 gelaufen bin, es ist zwar ein gutes Gefühl zu wissen dass ich die Bestzeit halte, allerdings stehen jetzt erst die Quarterfinals an wo dann auch Mann um Mann gekämpft wird.
Die Listen für das Viertelfinale hängen aus und ich erwische ein gute Gruppe, kurz drauf stehe ich mit 5 anderen Athleten am Start, das Herz klopft, Adrenalin pur…30 sec. … danach fällt der Startschuss. Angefeuert von weit über 500 Zuschauern kann ich mir gleich die Pole Position sichern und führe den Lauf komplett an, mit guten 5 sec. Vorsprung sichere ich mir einen Platz im Halbfinale.
Wieder erwische ich eine gute Gruppe, diesmal allerdings mit stärkeren Athleten besetzt. Der Schuss fällt, ich komme etwas verzögert vom Start weg kann mich aber schnell an die Spitze zurückkämpfen und beende diesen Lauf als erster. Auch das Halbfinale kann ich souverän für mich entscheiden. Die Anspannung wächst von Lauf zu Lauf an, jetzt stehe ich unter den besten 6 Sprintern an einer Linie…der Schuss fällt, wieder führe ich den Lauf an, bringe alle technischen Passagen gut hinter mich. Ich erreiche die finale Wechselzone mit etwa 3 sec Vorsprung, ziehe beide Felle ab möchte sie in meinen Rennanzug verstauen, dann verklebt sich das Ende des Fells an meinen Anzug, ich muss noch ein paar Handgriffe erledigen bevor ich die Wechselzone verlassen darf, fast zeitgleich gehen der Schweizer Marcel Marti und ich in die Abfahrt über. Er ein Stück vor mir. In der Skatingpassage versuche ich an ihn vorbeizukommen doch es gelingt mir nicht ganz. Dicht hinter Marcels Windschatten attackiere ich nochmal, schlussendlich werde ich mit einer guten Sekunde Rückstand zweiter.
Auch wenn die Goldmedaille schon so nah war, freue ich mich riesig über das Ergebnis. Silber bei den Herren, Gold in der Kategorie Espoir (U23).

Am Sonntag wartet noch das Singlerennen. 1900 Höhenmeter auf 4 Anstiege verteilt. Auf den Ergebnislisten sehe ich das ich nach dem Sprintergebniss momentan auf den 3en Rang im Gesamtweltcup (U23) stehe. ‘Heute gilts’
Der erste Anstieg verläuft durch einen lichten Birkenwald, schon bald erreichen wir eine übersichtliche Hochebene und kurz drauf befindet sich die erste Wechselzone. Ich gehe als ca 12er in die Abfahrt, folge zwei Italienern und einen Franzosen, wir fighten und lassens ordentlich im Pulverschnee hinunterkrachen. Doch plötzlich schreit einer auf ‘Stop, we had to go right’ uns wird klar dass wir uns verfahren haben und müssen nun gute 3 min zur Wechselzone hinaufspuren. Als wir im knietiefen Pulver unsere Felle aufziehen schauen wir uns an und müssen lachen.. ‘Naja shit happens, zumindest warens paar geile Schwünge’ denk ich mir..Wenig später sind wir zurück im Rennen ich finde mich an Position 22 wieder und ärgere mich. Meinen 3en Rang im Gesamt WC kann ich mir abschminken,..
Auf den folgenden 2 Anstiegen kann ich noch 4 Athleten überholen und hoffe auf die letzte Abfahrt mit 1200 Höhenmetern. Kurz vor der Wechselzone brennen die Oberschenkel, der gestrige Sprint steckt noch sakrisch in den Haxen. Jawoll, jetzt gäds owe! Schon bald kann ich mir einen Schweizer packen, wenig später nochmal einen und kurz vor den letzten Wechsel schnupfe ich noch einen Franzosen, nun noch einmal auffellen und 15 Höhenmeter ins Ziel.
15er Gesamt, 5er in der U23.
Am Nachmittag kann ich auf den Ergebnislisten einsehen dass ich im Gesamtweltcup 12er bei den Herren werde, 3er in der U23. Der Ehrgeiz nach dem Verhauer in der Abfahrt hat sich somit voll und ganz ausgezahlt.
Für mich liegt eine wunderbare Saison hinter mir und ich freue mich riesig über die Erfolge im wunderschönen Tromsö.
Euer Seppi











Donnerstag, 27. September 2012


TANZ AUF DEM VULKAN

März 1st, 2012


Nach nen angenehmen Flug von München nach Catania, kommen wir uns schon eher ‘Fehl am Platz’ vor. Auf dem Weg zu unserer Unterkunft nach Nicolosi schauen wir aufs Thermometer, +15°C, bewölkt. Neben der Autobahn Orangenbäume soweit das Auge reicht. ‘Naja mal schaun obs da Schnee hat’.
Angekommen in Nicolosi beziehen wir unsere Frühstückpension und gehen noch ne halbe Stunde zum Laufen.
Im Anschluss machen wir uns auf dem Weg ins Rennbüro, wo uns mitgeteilt wird dass es morgen nicht möglich sei auf die Strecke zu gehen. Die Straße sei teilweise bis zu 3m unter der Schneedecke begraben.
‘A bisserl wos wird scho gehn’ dachten wir uns, ‘De werdn mit 30cm scho überfordert sei’ schmunzelten wir dahin.
Donnerstag morgen machen wir uns auf dem Weg Richtung Ätna, zum ersten Mal sehen wir den Vulkan vor uns stehen. Schneeweiß bis auf ca 1300 Hm, die Landschaft beeindruckend, unter uns liegt das Mittelmeer welches silbrig zu uns hochschimmert, um uns sattes grün aus Pinien und Kiefernbäume und über uns alles weiß mit schwarzen Farbtupfen aus Lavaschlacke etc.
Als es um uns langsam weiß wird werden wir auf einen Parkplatz von der Polizei gestoppt, ‘Die Straße sei heute wegen Räumarbeiten gesperrt’
Wir parken, tragen unsere Skier 10 min bevor wir unsere Spuren in zwischen den Lavabrocken hindurchziehen, auf dem Weg nach oben wird uns klar dass es weitaus mehr geschneit hat als wir zunächst erwartet hätten. Überall Bagger, Schneefräsen, Lastwägen welche die Schneemassen abtransportieren, bei einen Lift ragt nur noch das Tragseil mit der Aufhängung der Sessel heraus.
Die Schneebeschaffenheit ähnelt der des Firns, eine harte Unterlage, die obersten Zentimeter leicht aufgesulzt- ein Traum zum Abfahren. Nach ca 2 Stunden kehren wir zurück zu unserer Unterkunft.
Am Abend findet noch ein Festzug aller Nationen statt, am Marktplatz wird eine Ansprache der Offiziellen gehalten, bevor dann ausgiebig gespeist wird.
Freitag, 11.30 Uhr, Start zum Vertikalrace, 750 Höhenmeter, auf 2/3 der Strecke gibt es noch eine Tragepassage zu überwinden.
Als ich vom Auto aussteige ist es schon relativ warm, ziehe meine Felle auf und begib mich auf die Strecke. Nach ca 300 Hm sehe ich den Rest des Anstiegs gut ein und kehre um Richtung Start. Noch letzte Vorbereitungen ehe die Eingangskontrolle hinter mir liegt. 3,2,1 Start. Nach ca 300 flachen Metern steilt das Gelände auf und ich komme immer mehr in Schwung. Nun bin ich im Zentralhang der in die Tragepassage führt. Eigentlich wären ja Spitzkehren ausgesteckt, doch die Neigung lässt ein direktes Ansteigen zu, so dass die meisten Athleten der Spitze folgen. Meine Waden glühen als es immer steiler wird, ich folge von nun an den Spitzkehren was mir weitaus leichter fällt. Allerdings verliere ich durch den längeren Weg ein, zwei Plätze. In der Tragepassage brennt die Sonne ordentlich herunter und ich komme mir vor wie im Hochsommer, ‘Jetzt wär mir eine Badehose lieber’, dacht ich mir. Hilft nix, Ski anschnallen, noch die letzten Meter zum Ziel hoch. Ich kann kurz vorm Ende noch 2 Athleten überholen, so werde ich 17er bei den Herren, 4er U23.
Auf dem Weg zurück in unsere Unterkunft zeigt das Thermometer 19°C an, ich komm mir vor wie im Sommer. Wir kochen uns Pasta, zuvor gibts Antipasti, Salat und a ‘Glaserl’ Rotwein…Der Nachmittag wir im Liegestuhl verbracht.
Samstag, Start zum Single um 10.15, 1310 Hm auf drei Anstiege verteilt. Ich komme vom Start besser weg als am Vortag und erreiche den ersten Anstieg als 21. In der ersten Abfahrt überhole ich 2 Athleten und komme gut in den 2en Anstieg rein. 510 Höhenmeter inklusive einer Tragepassage gehen gut vorüber ehe ich in der nächsten Abfahrt weiter 2 Wettkämpfer überholen kann. Auf den letzten 100 Hm versuche ich noch an den Schweizer näher ranzukommen, jedoch fehlen im Ziel dann noch 28 Sekunden auf Bronze (U23).
Es waren sehr erlebnisreiche Tage auf dem Vulkan. Als Krönung konnten wir am Sonntag noch den Ätna besteigen ehe es am Montag zurück in die Heimat ging.
A presto!
Seppi








BRONZE ZUM ABSCHLUSS

Februar 14th, 2012

VERTICALRACE DER EM 2012 / PELVOUX,VALLOUISE / FRANCE / BY SEPPI ROTTMOSER / PHOTOS: CHRISTIAN GAMSJÄGER

Nach dem genialen Start in den ersten (Sprint) – Wettkampf der Europameisterschaft stand zwei Tage später das Singlerace an. 1400 Höhenmeter auf drei Anstiege verteilt und zum Schluss eine gewaltige Abfahrt mit knapp 1500 Hm am Stück. Der Start erfolgt auf einer Piste und nach wenigen Minuten gehts ins Gelände auf 2 Spuren. Man kann sich vorstellen wenn sich 60 Athleten auf 2 Spuren einreihen müssen…. in dem Gerangel wird meine Binung aufgetreten und ich verliere ca 10 Plätze. Mit etwas schweren Beinen kämpf ich mich zurück ins Rennen und erreiche den ersten Gipfel als 20er, in der Abfahrt mache ich noch 2 Plätze gut bevors wieder bergauf geht. Nach einen schnellen Fellwechsel bring ich die paar Spitzkehren schnell hinter mich und erreiche die Tragepassage in der ich noch zwei Wettkämpfer überholen kann. Abfellen, Abfahrt über 250Hm..Auffellen letzer Anstieg. Die letzten 250 Hm ziehen sich, der Abstand zu den vorderen Plätzen wird immer geringer. Ich freue mich schon auf die letzte Abfahrt. Oben angekommen, Schuhe verriegeln, Bindung fixieren, Felle abziehen… keine 20 Sekunden später befinde ich mich in der letzten Abfahrt. Im oberen Teil zerfahrener Pulver, zwei, drei Schwünge der erste Hang hinter mir, die Oberschenkel brennen. Im unteren Teil kann ich noch einige Athleten überholen.
Nach 01:13:19 h Ich erreiche das Ziel als 13 bei den Herren, in meiner Altersklasse werde ich 4er. Ich bin sehr zufrieden wobei die Bronzemedaille schon herglacht hätte ;-)
Nach dem Wettkampf, erstmal Duschen, was Essen, danach Physio… ne Stunde schlafen, noch eine kleine Runde laufen und schon gibts wieder Abendessen. Der Tag vergeht wie im Flug.
Am Donnerstag steht noch das Verticalrace an, 1000 Hm eine Piste bergauf. Im unteren Teil ziemlich flach danach mit extrem steilen Abschnitten.
Nach dem Start komm ich gut weg, in den flachen Kehren schiebe ich abwechselnd Doppelstock bis es steiler wird. Heute hab ich extrem gute Beine und kann bis auf die letzten 10 min als 7er im Gesamtfeld laufen, weiter oben wirds nochmal richtig steil, ich muss einen Gang zurückschalten und werde von einer 4er Gruppe überholt. Ich versuche nochmal dranzubleiben aber es gelingt mir nicht. Auf den letzten Metern sprinte ich ins Ziel und komme als 11er bei den Herren, 3er U23 ins Ziel (42:11 min) . Ich freue mich noch eine Bronzemedaille geholt zu haben und bin mit den Erfolgen auf der Europameisterschaft mehr als zufrieden. Nun werd ich die nächste Zeit wieder bissl ‘staader’ angehen, bevors in knapp 2 Wochen zum nächsten Weltcup nach Sizillien (Ätna) geht.





Liabe Griass,
Seppi

DER TAG BEGANN GANZ NORMAL…

Februar 7th, 2012

Der Tag begann ganz normal, um 6.30 Uhr klingelt der Wecker, ich raff mich auf, torkle die Treppe hinunter zum Frühstücksbuffet und streich mir etwas Marmelade aufs ofenfrische Baguette, dazu nen Kaffee. Naja richtig hungrig bin ich zwar nicht aber was hilft’s.
Zurück auf dem Zimmer kontrolliere ich nochmal mein Material, hefte die Startnummern an, verrichte die üblichen Geschäfte und los geht’s! Von unseren Hotel aus skate ich bei -17°C gemütlich in 5 min zur Startzone des Sprintwettbewerbs und checke gleich mal die Strecke aus. Eine flache Piste, ca. 20 Höhenmeter führt in das steiler werdende Gelände, welches in 4 Spitzkehren bewältigt wird, danach Wechselzone. Die Skier müssen auf den Rucksack befestigt werden bevor es in die lange steile Tragepassage übergeht (25 Hm). Zum Ende nochmal 10 lange Höhenmeter zur finalen Wechselzone. Felle ab, rein in die Abfahrt. Ein sehr eng gesteckter Riesenslalom weist den Weg ins Ziel, weil das noch nicht genug ist muss man die letzten Meter ins Ziel Skaten.. das wird ne Schinderei ;-)
Ab 10 Uhr beginnt die Quali, dass heißt im 30 sec. Takt werden die ca. 50 Herren auf die Strecke geschickt und die schnellsten 30 kommen ins Viertelfinale. Dort werden jeweils 6 Athleten gleichzeitig auf den Kurs losgelassen, die ersten 2 Gewinner kommen weiter. Danach Halb-, bzw. Finale.
Es ist 10 Uhr, gefühlter Puls bei 150, noch 14 min bis zum Start. Noch ein zwei schnelle Intervalle und schon geht’s gleich los…. 30 sec. vor mir startet ein Athlet aus Andorra. 3, 2, 1, Los!

Der flache Part ist schnell vorbei, auf in die Spitzkehren Richtung Tragepassage, Ski auf den Rucksack. Schon hab ich den Andorianer überholt. Ski anschnallen noch paar Meter und der Scheitelpunkt ist erreicht. Puls 200. Felle abziehen, rein in die Abfahrt und nach paar schneidigen Schwüngen komme ich ins Ziel. Mit 2:56:7 min. hole ich mir die drittschnellste Zeit in der Qualifikation. Nach 1h Pause geht’s mit dem Viertelfinale weiter. Ich erwische eine gute Gruppe, kann mich vom Start weg leicht absetzen und erreiche als erster das Ziel. Kurz danach im Halbfinale finde ich mich in einer sehr stark besetzten Gruppe. Der Start gelingt sehr gut, in den Spitzkehren erwische ich die etwas glattere Spur und muss extrem kämpfen. Marcel Marti (CH) übernimmt die Führung, ich laufe, ziehe meine Felle ab, verstaue diese im Rennanzug, Reißverschluss… klemmt! In letzter Sekunde starte ich in die Abfahrt. Da kommt Martin Anthamatten (CH) er skatet an mir vorbei, ich gebe nochmal alles aber ich erreiche das Ziel als Dritter.
Ich ärgere mich über das Debakel. Als ich auf dem Weg Richtung Hotel bin schreit mir ein Schweizer, dass ich schnellstens an den Start zum Finale antreten soll, sein Kollege wurde wegen einen Verstoß gegen das Reglement disqualifiziert.Eigentlich wären meine ‘Haxen’ schon recht voll aber ich glaube dass es keinen anders geht.


2, 1, Start! Wieder gut vom Start weggekommen wähle ich nun die rechte Spur, sie ist weitaus griffiger und ich erreiche die Tragepassage. Der Wechsel hat optimal funktioniert, 1er in der Portage. Meine Teamkollegen schreien und pushen mich. Auf den letzten Metern kommt Robert Antonoli (IT) gefährlich nah, noch ein Sprint, ich befinde mich in der Wechselzone und sehe Sterne. Als ich mein beiden Felle in der Hand hab und diese verstaut hab steche ich in die finale Abfahrt, dreh mich kurz um, lache und ich finde mich wieder im Ziel, wo mich meine Teamkollegen überrumpeln.

Für mich ist es ein unbeschreibliches Gefühl – die erste Goldmedaille im Herren und U23 Bereich geholt zu haben.
Liabe Griass aus Frankreich,

Seppi