Donnerstag, 27. September 2012


TANZ AUF DEM VULKAN

März 1st, 2012


Nach nen angenehmen Flug von München nach Catania, kommen wir uns schon eher ‘Fehl am Platz’ vor. Auf dem Weg zu unserer Unterkunft nach Nicolosi schauen wir aufs Thermometer, +15°C, bewölkt. Neben der Autobahn Orangenbäume soweit das Auge reicht. ‘Naja mal schaun obs da Schnee hat’.
Angekommen in Nicolosi beziehen wir unsere Frühstückpension und gehen noch ne halbe Stunde zum Laufen.
Im Anschluss machen wir uns auf dem Weg ins Rennbüro, wo uns mitgeteilt wird dass es morgen nicht möglich sei auf die Strecke zu gehen. Die Straße sei teilweise bis zu 3m unter der Schneedecke begraben.
‘A bisserl wos wird scho gehn’ dachten wir uns, ‘De werdn mit 30cm scho überfordert sei’ schmunzelten wir dahin.
Donnerstag morgen machen wir uns auf dem Weg Richtung Ätna, zum ersten Mal sehen wir den Vulkan vor uns stehen. Schneeweiß bis auf ca 1300 Hm, die Landschaft beeindruckend, unter uns liegt das Mittelmeer welches silbrig zu uns hochschimmert, um uns sattes grün aus Pinien und Kiefernbäume und über uns alles weiß mit schwarzen Farbtupfen aus Lavaschlacke etc.
Als es um uns langsam weiß wird werden wir auf einen Parkplatz von der Polizei gestoppt, ‘Die Straße sei heute wegen Räumarbeiten gesperrt’
Wir parken, tragen unsere Skier 10 min bevor wir unsere Spuren in zwischen den Lavabrocken hindurchziehen, auf dem Weg nach oben wird uns klar dass es weitaus mehr geschneit hat als wir zunächst erwartet hätten. Überall Bagger, Schneefräsen, Lastwägen welche die Schneemassen abtransportieren, bei einen Lift ragt nur noch das Tragseil mit der Aufhängung der Sessel heraus.
Die Schneebeschaffenheit ähnelt der des Firns, eine harte Unterlage, die obersten Zentimeter leicht aufgesulzt- ein Traum zum Abfahren. Nach ca 2 Stunden kehren wir zurück zu unserer Unterkunft.
Am Abend findet noch ein Festzug aller Nationen statt, am Marktplatz wird eine Ansprache der Offiziellen gehalten, bevor dann ausgiebig gespeist wird.
Freitag, 11.30 Uhr, Start zum Vertikalrace, 750 Höhenmeter, auf 2/3 der Strecke gibt es noch eine Tragepassage zu überwinden.
Als ich vom Auto aussteige ist es schon relativ warm, ziehe meine Felle auf und begib mich auf die Strecke. Nach ca 300 Hm sehe ich den Rest des Anstiegs gut ein und kehre um Richtung Start. Noch letzte Vorbereitungen ehe die Eingangskontrolle hinter mir liegt. 3,2,1 Start. Nach ca 300 flachen Metern steilt das Gelände auf und ich komme immer mehr in Schwung. Nun bin ich im Zentralhang der in die Tragepassage führt. Eigentlich wären ja Spitzkehren ausgesteckt, doch die Neigung lässt ein direktes Ansteigen zu, so dass die meisten Athleten der Spitze folgen. Meine Waden glühen als es immer steiler wird, ich folge von nun an den Spitzkehren was mir weitaus leichter fällt. Allerdings verliere ich durch den längeren Weg ein, zwei Plätze. In der Tragepassage brennt die Sonne ordentlich herunter und ich komme mir vor wie im Hochsommer, ‘Jetzt wär mir eine Badehose lieber’, dacht ich mir. Hilft nix, Ski anschnallen, noch die letzten Meter zum Ziel hoch. Ich kann kurz vorm Ende noch 2 Athleten überholen, so werde ich 17er bei den Herren, 4er U23.
Auf dem Weg zurück in unsere Unterkunft zeigt das Thermometer 19°C an, ich komm mir vor wie im Sommer. Wir kochen uns Pasta, zuvor gibts Antipasti, Salat und a ‘Glaserl’ Rotwein…Der Nachmittag wir im Liegestuhl verbracht.
Samstag, Start zum Single um 10.15, 1310 Hm auf drei Anstiege verteilt. Ich komme vom Start besser weg als am Vortag und erreiche den ersten Anstieg als 21. In der ersten Abfahrt überhole ich 2 Athleten und komme gut in den 2en Anstieg rein. 510 Höhenmeter inklusive einer Tragepassage gehen gut vorüber ehe ich in der nächsten Abfahrt weiter 2 Wettkämpfer überholen kann. Auf den letzten 100 Hm versuche ich noch an den Schweizer näher ranzukommen, jedoch fehlen im Ziel dann noch 28 Sekunden auf Bronze (U23).
Es waren sehr erlebnisreiche Tage auf dem Vulkan. Als Krönung konnten wir am Sonntag noch den Ätna besteigen ehe es am Montag zurück in die Heimat ging.
A presto!
Seppi








BRONZE ZUM ABSCHLUSS

Februar 14th, 2012

VERTICALRACE DER EM 2012 / PELVOUX,VALLOUISE / FRANCE / BY SEPPI ROTTMOSER / PHOTOS: CHRISTIAN GAMSJÄGER

Nach dem genialen Start in den ersten (Sprint) – Wettkampf der Europameisterschaft stand zwei Tage später das Singlerace an. 1400 Höhenmeter auf drei Anstiege verteilt und zum Schluss eine gewaltige Abfahrt mit knapp 1500 Hm am Stück. Der Start erfolgt auf einer Piste und nach wenigen Minuten gehts ins Gelände auf 2 Spuren. Man kann sich vorstellen wenn sich 60 Athleten auf 2 Spuren einreihen müssen…. in dem Gerangel wird meine Binung aufgetreten und ich verliere ca 10 Plätze. Mit etwas schweren Beinen kämpf ich mich zurück ins Rennen und erreiche den ersten Gipfel als 20er, in der Abfahrt mache ich noch 2 Plätze gut bevors wieder bergauf geht. Nach einen schnellen Fellwechsel bring ich die paar Spitzkehren schnell hinter mich und erreiche die Tragepassage in der ich noch zwei Wettkämpfer überholen kann. Abfellen, Abfahrt über 250Hm..Auffellen letzer Anstieg. Die letzten 250 Hm ziehen sich, der Abstand zu den vorderen Plätzen wird immer geringer. Ich freue mich schon auf die letzte Abfahrt. Oben angekommen, Schuhe verriegeln, Bindung fixieren, Felle abziehen… keine 20 Sekunden später befinde ich mich in der letzten Abfahrt. Im oberen Teil zerfahrener Pulver, zwei, drei Schwünge der erste Hang hinter mir, die Oberschenkel brennen. Im unteren Teil kann ich noch einige Athleten überholen.
Nach 01:13:19 h Ich erreiche das Ziel als 13 bei den Herren, in meiner Altersklasse werde ich 4er. Ich bin sehr zufrieden wobei die Bronzemedaille schon herglacht hätte ;-)
Nach dem Wettkampf, erstmal Duschen, was Essen, danach Physio… ne Stunde schlafen, noch eine kleine Runde laufen und schon gibts wieder Abendessen. Der Tag vergeht wie im Flug.
Am Donnerstag steht noch das Verticalrace an, 1000 Hm eine Piste bergauf. Im unteren Teil ziemlich flach danach mit extrem steilen Abschnitten.
Nach dem Start komm ich gut weg, in den flachen Kehren schiebe ich abwechselnd Doppelstock bis es steiler wird. Heute hab ich extrem gute Beine und kann bis auf die letzten 10 min als 7er im Gesamtfeld laufen, weiter oben wirds nochmal richtig steil, ich muss einen Gang zurückschalten und werde von einer 4er Gruppe überholt. Ich versuche nochmal dranzubleiben aber es gelingt mir nicht. Auf den letzten Metern sprinte ich ins Ziel und komme als 11er bei den Herren, 3er U23 ins Ziel (42:11 min) . Ich freue mich noch eine Bronzemedaille geholt zu haben und bin mit den Erfolgen auf der Europameisterschaft mehr als zufrieden. Nun werd ich die nächste Zeit wieder bissl ‘staader’ angehen, bevors in knapp 2 Wochen zum nächsten Weltcup nach Sizillien (Ätna) geht.





Liabe Griass,
Seppi

DER TAG BEGANN GANZ NORMAL…

Februar 7th, 2012

Der Tag begann ganz normal, um 6.30 Uhr klingelt der Wecker, ich raff mich auf, torkle die Treppe hinunter zum Frühstücksbuffet und streich mir etwas Marmelade aufs ofenfrische Baguette, dazu nen Kaffee. Naja richtig hungrig bin ich zwar nicht aber was hilft’s.
Zurück auf dem Zimmer kontrolliere ich nochmal mein Material, hefte die Startnummern an, verrichte die üblichen Geschäfte und los geht’s! Von unseren Hotel aus skate ich bei -17°C gemütlich in 5 min zur Startzone des Sprintwettbewerbs und checke gleich mal die Strecke aus. Eine flache Piste, ca. 20 Höhenmeter führt in das steiler werdende Gelände, welches in 4 Spitzkehren bewältigt wird, danach Wechselzone. Die Skier müssen auf den Rucksack befestigt werden bevor es in die lange steile Tragepassage übergeht (25 Hm). Zum Ende nochmal 10 lange Höhenmeter zur finalen Wechselzone. Felle ab, rein in die Abfahrt. Ein sehr eng gesteckter Riesenslalom weist den Weg ins Ziel, weil das noch nicht genug ist muss man die letzten Meter ins Ziel Skaten.. das wird ne Schinderei ;-)
Ab 10 Uhr beginnt die Quali, dass heißt im 30 sec. Takt werden die ca. 50 Herren auf die Strecke geschickt und die schnellsten 30 kommen ins Viertelfinale. Dort werden jeweils 6 Athleten gleichzeitig auf den Kurs losgelassen, die ersten 2 Gewinner kommen weiter. Danach Halb-, bzw. Finale.
Es ist 10 Uhr, gefühlter Puls bei 150, noch 14 min bis zum Start. Noch ein zwei schnelle Intervalle und schon geht’s gleich los…. 30 sec. vor mir startet ein Athlet aus Andorra. 3, 2, 1, Los!

Der flache Part ist schnell vorbei, auf in die Spitzkehren Richtung Tragepassage, Ski auf den Rucksack. Schon hab ich den Andorianer überholt. Ski anschnallen noch paar Meter und der Scheitelpunkt ist erreicht. Puls 200. Felle abziehen, rein in die Abfahrt und nach paar schneidigen Schwüngen komme ich ins Ziel. Mit 2:56:7 min. hole ich mir die drittschnellste Zeit in der Qualifikation. Nach 1h Pause geht’s mit dem Viertelfinale weiter. Ich erwische eine gute Gruppe, kann mich vom Start weg leicht absetzen und erreiche als erster das Ziel. Kurz danach im Halbfinale finde ich mich in einer sehr stark besetzten Gruppe. Der Start gelingt sehr gut, in den Spitzkehren erwische ich die etwas glattere Spur und muss extrem kämpfen. Marcel Marti (CH) übernimmt die Führung, ich laufe, ziehe meine Felle ab, verstaue diese im Rennanzug, Reißverschluss… klemmt! In letzter Sekunde starte ich in die Abfahrt. Da kommt Martin Anthamatten (CH) er skatet an mir vorbei, ich gebe nochmal alles aber ich erreiche das Ziel als Dritter.
Ich ärgere mich über das Debakel. Als ich auf dem Weg Richtung Hotel bin schreit mir ein Schweizer, dass ich schnellstens an den Start zum Finale antreten soll, sein Kollege wurde wegen einen Verstoß gegen das Reglement disqualifiziert.Eigentlich wären meine ‘Haxen’ schon recht voll aber ich glaube dass es keinen anders geht.


2, 1, Start! Wieder gut vom Start weggekommen wähle ich nun die rechte Spur, sie ist weitaus griffiger und ich erreiche die Tragepassage. Der Wechsel hat optimal funktioniert, 1er in der Portage. Meine Teamkollegen schreien und pushen mich. Auf den letzten Metern kommt Robert Antonoli (IT) gefährlich nah, noch ein Sprint, ich befinde mich in der Wechselzone und sehe Sterne. Als ich mein beiden Felle in der Hand hab und diese verstaut hab steche ich in die finale Abfahrt, dreh mich kurz um, lache und ich finde mich wieder im Ziel, wo mich meine Teamkollegen überrumpeln.

Für mich ist es ein unbeschreibliches Gefühl – die erste Goldmedaille im Herren und U23 Bereich geholt zu haben.
Liabe Griass aus Frankreich,

Seppi